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Indonesischer Traum

Autor: Fabian | Datum: 14 Mai 2014, 07:22 | 1 Kommentare

Als ich schon lange Zeit vor meiner Abreise im September 2013 mit voller Vorfreude und großem Interesse die Blogeinträge der vorherigen Freiwilligen gelesen habe, ist mir immer wieder folgendes aufgefallen:

In den ersten Monaten des Auslandsjahres wimmelt es nur so von neuen Einträgen, da alle ihre neu gewonnenen Eindrücke loswerden möchten. Doch auffällig ist, dass in der Regel ab dem neuen Jahr die Einträge rapide gegen Null gehen. Ich habe mich öfter gefragt warum das so ist und ob das bei mir auch so sein wird?! "Nein, natürlich nicht! Ich werde fleißig jeden Monat mehrere Einträge verfassen." Dieser Gedanke hat sich in den ersten Wochen in Indoensien auch noch verstärkt. So viele Gedanken und neue Eindrücke die im Kopf herumschwirrten wollten niedergeschrieben werden. Da dachte ich, dass ein Jahr ja gar nicht dafür reicht. Doch auch bei mir ist es passiert. Der Blog ist eingeschlafen. Aber warum? Geht es mir nicht mehr so gut wie am Anfang? Hat man in Indonesien kein Internet mehr? Erlebe ich nichts Neues, wovon ich erzählen könnte?

Nein! Mir geht es immernoch blendend, Internet ist auch immer da und Erlebnisse? Die habe ich täglich on mass.

Bloß die Honeymoon-Phase ("wow alles geil und neu- Phase) ist vorbei. Das heißt wirklich nichts schlechtes, denn seit Februar habe ich das Gefühl wirklich angekommen zu sein und hier zu leben. Manchmal fühlt es sich an, als sei ich nur in eine andere Stadt innerhalb Deutschlands gezogen (bis ich die Palmen am Straßenrand sehe), da Smartphones und Internet keine Entfernungen erkennen lassen. Wenn man mit Freunden zuhause telefoniert ist die Verbindung so gut, dass man denken könnte ich sei bloß im Nachbardorf, wobei eigentlich über 11000 Kilometer dazwischen liegen.

Außerdem bildet die Sprache keine Barrieren mehr, man versteht von Tag zu Tag mehr wie die Leute um einen herum ticken, man hat seine Bezugspersonen, man weiß mit wem man länger in Kontakt bleiben möchte und mit wem man nur einen Plausch hält. Vieles, was am Anfang neu war, ist so normal und alltäglich geworden, dass ich manchmal vergesse, dass es eventuell mit meinem deutschen Auge noch viel "blogeintragwürdiger" und interessant für die Freunde und Verwandten in Deutschland wäre. Mir fehlen schlicht weg die Worte. "Was soll ich erzählen? Ist doch total normal also langweilig.", dachte ich mir oft. Trotzdem habe ich für heute den Entschluss gefasst, euch nochmal ein bisschen was zu erzählen. Heute habe ich Zeit, da an der Schule, an der ich mittwochs Sport unterrichte, kein Unterricht stattfindet. Die Schüler haben die Hausaufgabe, einen Bericht über unsere fünftägige Klassenfahrt nach Bali (9.-13. Mai) zu verfassen. Zwei Tage davon gehen auf das Konto von An- und Abreise mit dem Bus. Drei Tage lang haben wir im Süden und Westen Balis alles abgeklappert was man gesehen haben sollte. Dabei ist mir aufgefallen, dass es mich mittlerweile nervt wenn man ständig "Hey Mister" hinterhergerufen bekommt und man keine zwei Minuten für sich hat, um am Strand ein paar Fotos zu machen, da man von anderen Schulklassen, die auch auf Klassenfahrt sind, ständig um gemeinsame Fotos gebeten wird. Lustig ist es dann, wenn sie auf Englisch fragen und man auf Indonesisch antwortet, der reagierende Blick ist unbezahlbar.


Die zwei letzten Monate vergingen wirklich sehr schnell, was mir bei den letzten drei verbleibenen bestimmt auch am Ende so vorkommen wird. Davor habe ich ein bisschen Angst, da ich es liebe hier zu leben. Jeden Tag mache ich mir aufs Neue bewusst, wie geil es ist für ein Jahr so weit weg von zuhause zu sein und hier zu arbeiten. Die Stelle in Salatiga passt perfekt und es spielen viele Faktoren zusammen, die dieses Erlebnis so optimal machen. Ohne eine nette Gastfamilie, ohne die Freiheiten, die mir gegeben werden, ohne die super Unterbringung an einem StundentInnen-Wohnheim, ohne einen Mitfreiwilligen, der gleichzeitig ein Freund ist, oder ohne eine mich willkomen heißende Gemeinde wäre mein FSJ nicht das, was es jetzt ist. Da es wirklich einmalig ist, genieße ich jeden Tag und nutze die Freizeit, um viel mit Freunden zu unternehmen. Abends schlafe ich dann geschafft ein und versinke im Traum. Vielleicht träume ich ja wieder auf Indonesisch...


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